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Hamburger maritime Organisationen begrüßen Resultate der Anhörung im BMVI zur Sicherheitsrichtlinie für Traditionsschiffe

24-05-2017 10:39 von Björn Nicolaisen

Mit Spannung wurde an der Küste die Besprechung im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Berlin bezüglich der öffentlichen Diskussion um die neue Sicherheitsrichtlinie für Traditionsschiffe am 23. Mai 2017 erwartet.

 

Während der Maritimen Konferenz in Hamburg war Herr Minister Dobrindt auf anwesende Demonstranten zugegangen und hatte ein Gespräch mit seinen Fachleuten in Berlin angeregt.

 

 

Die Anhörung fand mit etwa 75 Teilnehmern am 23. Mai im BMVI in Berlin statt.

 

Neben einer Anzahl von Schiffsbetreibern waren auch die Stiftung Hamburg Maritim und der Museumshafen Oevelgönne e.V. sowie die Gemeinsame Sicherheitskommission für Historische Wasserfahrzeuge (GSHW), bei den Beratungen anwesend.

 

Die beiden Hamburger Institutionen sind mit dem Resultat der Anhörung zufrieden. So hob Joachim Kaiser, Vorstand der Stiftung Hamburg Maritim, hervor, wie wichtig es für den Fortbestand der Flotte historischer Schiffe in Deutschland ist, dass das BMVI mit der Umsetzung der neuen Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe eine Erleichterung gegenüber der europäischen Fahrgastschiffrichtlinie erreicht.

 

Die Erfüllung der europäischen Richtlinie wäre für die Mehrzahl der Betreiber von Traditionsschiffen nicht erreichbar. Die vorliegende Sicherheitsrichtlinie erlaubt deshalb vielen Schiffen, den Ausnahmetatbestand der Fahrgastschiffrichtlinie zu erfüllen.

 

Bjørn Nicolaisen, Geschäftsführer des Museumshafen Oevelgönne e.V., begrüßt das Gespräch auch deshalb, weil strittige Details des neuen Entwurfs nun endlich einer sachlichen Klärung unterzogen wurden. So wurden missverständliche Passagen, aus denen von einigen Betreibern angebliche Forderungen abgeleitet wurden, vom BMVI  geduldig und sachlich erklärt.

 

Einig sind sich Joachim Kaiser und Bjørn Nicolaisen im Lob für die gute Gesprächsführung durch das BMVI, Herrn Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann. Wiederholt wurde deutlich, wie sehr das Ministerium bemüht ist, den Fortbestand der deutschen Traditionsschifffahrt aktiv zu unterstützen.

 

Die Stiftung Hamburg Maritim und der Museumshafen Oevelgönne e.V. sind gebeten worden, neben der GSHW an den weiteren Beratungen zu Erlassen bezüglich der Interpretation der Richtlinie an ministeriellen Arbeitsgruppen teilzunehmen.

 

 

Hintergrund zur Sicherheitsrichtlinie:


Anfang 2014 gab es eine Stellungnahme zur Neuregelung der Zulassung von Traditionsschiffen, die von sieben maßgeblichen Organisationen der deutschen Traditionsschiffszene unterzeichnet wurde.
Es handelte sich dabei um:

 

Dampf-Eisbrecher STETTIN e.V.
Förderverein RIGMOR von Glückstadt e.V.
Historischer Hafen Flensburg gGmbH
Museumshafen Oevelgönne e.V.
SCB Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven e. V.
Schleppdampfer WOLTMAN e.V.
Stiftung Hamburg Maritim

 

Die Stellungnahme wurde auf den Internetseiten der verschiedenen Organisationen veröffentlicht.

 

https://www.stiftung-hamburg-maritim.de/index.php?article_id=68&area=news&area_id=984

 

http://www.museumshafen-oevelgoenne.de/index.php/news-reader/items/vorschlaege-fuer-die-neuregelung-der-zulassung-von-traditionsschiffen.html

 

 

Über den Museumshafen Oevelgönne e.V.:

Der Museumshafen Oevelgönne e.V. war 1976 die erste Vereinsgründung seiner Art in Deutschland, um außer Dienst gestellte Wasserfahrzeuge aus der Berufsschifffahrt, die für die norddeutsche Schifffahrtsgeschichte kennzeichnend sind, durch ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter in Fahrt zu halten. Alle Schiffe wurden eng nach Originalvorbildern anhand von Plänen, Fotografien und anderen Quellen aus Hamburger Museen restauriert. Diese haben ihrerseits eigene Schiffe in die Pflege des Vereins übergeben. Der Verein hat heute knapp 600 Mitglieder und betreibt ehrenamtlich 11 Schiffe (3 als Traditionsschiff-See zugelassen), von denen 8 im Eigentum des Vereins stehen. Drei dieser Schiffe wurden in der Denkmalliste der Stadt Hamburg unter Schutz gestellt. Insgesamt ist der Museumshafen Oevelgönne in Hamburg-Altona Heimathafen für fast 30 historische Berufswasserfahrzeuge. (Mehr unter www.museumshafen-oevelgoenne.de)

Über die Stiftung Hamburg Maritim

Ziel der Stiftung Hamburg Maritim ist es, Zeugnisse der maritimen Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburg nicht nur zu konservieren, sondern funktionsfähig zu erhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugängig zu machen. Gegenwärtig besitzt die Stiftung 14 historische Schiffe, vom kleinen Elbfischkutter bis zur Viermastbark, darunter vier Traditionsschiffe. 1.300 Ehrenamtliche engagieren sich für Pflege und Betrieb der Flotte. Die Stiftung wurde im Jahr 2001 auf Initiative der Handelskammer Hamburg durch die damalige Hamburgische Landesbank gegründet. Sie ist eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. (Mehr unter  www.stiftung-hamburg-maritim.de)

 

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