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Philosophie

Gebäude verschiedenster Epochen werden unter Denkmalschutz gestellt. Gleiches gilt mittlerweile für technische Anlagen. Schiffe in ähnlicher Weise in pflegerische Obhut zu nehmen, ist dagegen ein ungewöhnliches und bis heute selten praktiziertes Verfahren.

 

Der Museumshafen Oevelgönne e.V. ist eine 1976 gegründete gemeinnützige und private Vereinigung, die sich zur Aufgabe gemacht hat, ehemalige Berufsfahrtschiffe zu restaurieren und in Fahrt zu halten. Diese stammen überwiegend aus dem Zeitabschnitt zwischen 1880 und 1930 und waren ausnahmslos für die norddeutsche Region und den Hamburger Hafen im Hinblick auf Versorgung, Infrastruktur und Dienstleistungen bedeutsam. Sie haben den wirtschaftlichen Aufschwung der Hansestadt zweifellos mitbegründet.

 

Der Satzungszweck des Museumshafens Oevelgönne wird besonders verwirklicht

 

- durch Restaurierung und Erhalt der Fahrzeuge in ehrenamtlicher Mitwirkung

 

- durch Präsentation der Fahrzeuge gegenüber einer breiten Öffentlichkeit unter Darstellung ihrer historischen Funktion, durch Führungen, Besichtigungen und Demonstrationsfahrten auf Elbe, Nord- und Ostsee

 

- durch Heranführen von Jugendlichen an die traditionelle Seemannschaft durch Mitarbeit an der Erhaltung und des Betriebs der historischen Wasserfahrzeuge

 

- durch Vermittlung des Denkmalschutzgedankens gegenüber der Öffentlichkeit

 

- durch Betrieb und Unterhaltung des "Museumshafens Oevelgönne" in Hamburg-Neumühlen für die vereinseigenen Fahrzeuge und für historische Wasserfahrzeuge Dritter

Einige der Museumshafen-Schiffe in Fahrt
Einige der Museumsschiffe in Fahrt.

 

Es handelt sich in Oevelgönne also nicht um ein "Schiffsmausoleum", sondern um einen lebendigen Hafen mit restaurierten und funktionstüchtigen segelnden und dampfenden historischen Wasserfahrzeugen. Für diese Schiffe bedeutet der Museumshafen nicht der ständige "Aufbewahrungsort", sondern ihr gewöhnlicher Liegeplatz, wenn sie nicht mit ihren Eignern unterwegs oder auf der Werft sind. Die beste Pflege für ein Segel- oder Dampfschiff besteht darin, dass es wirklich gefahren wird. Die Besucher treffen daher leider nicht immer alle Schiffe im Hafen an.

 

 

Dass sich die Ausstellungsstücke zugleich im Eigentum von Privatleuten befinden und von ihnen auch genutzt werden, ist ungewöhnlich genug, aber sinnvoll; denn städtische Museen sind immer weniger in der Lage, historische Berufsfahrzeuge anzukaufen, zu restaurieren und auch noch zu unterhalten, ganz abgesehen von ihrer Bewachung und Zurschaustellung.

 

Der Museumshafen Oevelgönne darf daher trotz des Namens nicht mit einem Museum verwechselt werden, er wird von der ehrenamtlichen Tätigkeit seiner Mitglieder, von Beiträgen und Spenden getragen.